Was uns die Geschichte von Friedrichstadt lehrt

Alles eine Frage der Betrachtungsweise

1621 begann die Geschichte von FriedrichstadtStolz präsentiert Friedrichstadt die Jahreszahl ihrer Gründung: 1621. Wenn immer Touristen die kleine Holländerstadt besuchen, soll Ihnen die Zahl 1621 vor Augen führen, dass die wunderhübschen Gemäuer der kleinen Stadt, das Erbe einer vierhundertjährigen Geschichte sind. Kein Zweifel: Friedrichstadt und seine Bürger sind stolz auf ihre Geschichte und betrachten dieselbe als ihr wichtigstes Asset im Kampf ums wirtschaftliche Überleben.

Man kann diese Zahl allerdings auch unter einem anderen Blickwinkel betrachten.

Als im Jahr 1621 n. Chr. Herzog Friedrich III. den Grundstein für die Stadt legte, hatte er nicht viel mehr als eine Idee. Er stand noch ganz am Anfang. Im Kopf eine Vision und ein paar kühne Pläne. Viel mehr war da nicht.

Seit seinem Amtsantritt im Jahre 1616 kämpfte Herzog Friedrich III. mit schwerwiegenden finanziellen Problemen. Dies als Folge eines Erbes, welches ihm zwar die hohen Schulden seines Vaters Adolf auferlegte, den Großteil der Einkünfte des Herzogtums jedoch bei seinen nahen Verwanden beließ.

Hätte Friedrich III. auf Hilfe von außen gewartet – Friedrichstadt wäre heute eine grüne Wiese

Wir wissen nicht, ob Friedrich III. angesichts dieser misslichen Lage mit dem Schicksal gehadert hat. Was wir jedoch mit Sicherheit sagen können ist, dass er sich den drängenden finanziellen Problemen gestellt und nach kreativen Lösungen gesucht hat diese zu beheben. Hätte er nicht versucht sein Schicksal aktiv in die eigenen Hände zu nehmen, der Platz auf dem Friedrichstadt heute gebaut ist, wäre gut bewässertes, flaches Land geblieben.

Zum Glück für alle, welche sich heute an Friedrichstadt erfreuen, hat sich Herzog Friedrich III. mit seiner miesen Situation aber nicht abfinden wollen, sondern nach Wegen gesucht den drohenden finanziellen Kollaps abzuwehren. Er zeigte dabei bewundernswerte Initiative und einen starken Willen etwas zu verändern.

Geht die Jugend, verschwindet das Leben

Leider haben die großen Pläne des Herzog Friedrich III. nicht dazu geführt, dass Friedrichstadt jene blühende Handelsmetropole geworden ist, als welche sie einmal geplant war. Die großen Handelsströme ziehen an der kleinen Stadt vorbei, weshalb das Wachstum und die Zahl der Arbeitsplätze in unserer Region beschränkt sind. Wo Arbeit fehlt, leeren sich die Kassen, ziehen die jüngeren Menschen weg. Eine Stadt ohne junge Menschen hat keine Zukunft. Sie stirbt.

Die Geschichte von Friedrichstadt ist noch nicht zu Ende

Man kann das hinnehmen oder man kann sich dagegen zur Wehr setzen und wie Friedrich III. Initiative zeigen. Mit dem kleinen Stadtjournal »1621« wollen wir diesbezüglich einen Anfang machen. Und wenn wir von Anfang sprechen, scheint in unseren Augen nichts besser zu passen, als mit dem Titel »1621« jenen Mut zum Neuanfang zu huldigen, welcher die vierhundertjährige Geschichte und das großartige Erbe von Friedrichstadt erst möglich gemacht hat.

 

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